Das maligne Melanom ist die bösartigste Form des Hautkrebses. Der schwarze Hautkrebs entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut oder Schleimhaut. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten weltweit jedes Jahr mehr als 250.000 neue Fälle von malignem Melanomen auf. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 21.000 Menschen daran. Bei weiteren 9000 Menschen wird eine Vorstufe des Melanoms diagnostiziert.

Warum steigt die Zahl der Neuerkrankungen seit Jahren stetig an?

Seit circa drei Jahrzehnten steigt die Zahl der Hautkrebsfälle signifikant an. Die Ursache liegt nicht nur in der gestiegenen Lebenserwartung und einer genetischen Disposition sondern hauptsächlich in der zu intensiven UV-Bestrahlung vor allem mit Sonnenbränden. Besonders gefährlich sind diese im Kindesalter. Bis heute hält sich der Mythos, dass Braunsein ein Schönheitsideal ist.Trotz vielfältiger Aufklärung in den Medien gehen immer noch viele Menschen zu sorglos mit den Risiken von Sonnenbädern um.

Wie stellt man ein malignes Melanom fest?

Etwa jedes dritte Melanom entwickelt sich aus einem bereits vorhandenen Leberfleck. Je mehr Leberflecken vorhanden sind, desto größer ist das Risiko, an einem Melanom zu erkranken. In den meisten Fällen sind Melanome beschwerdefrei. Dem Aussehen nach handelt es sich um dunkle, braune oder schwarze Flecken. Flache, erhabene oder knotige Strukturen sind möglich. Beginnt ein Leberfleck zu wachsen, wird er immer dunkler, sind die Farbgebungen innerhalb eines Fleckes sehr unterschiedlich oder die Ränder diffus sollte man einen Arzt aufsuchen. Auch ein juckendes oder blutendes Mal bedarf einer Abklärung. Schon bei kleinen Melanomen können sich bereits Metastasen in den Lymphknoten oder Organen bilden. In Deutschland beträgt das Risiko an Hautkrebs zu erkranken etwa 1:500. In Australien beträgt das Risiko bereits bei nur 1:50.

Wie geht der Hautarzt bei einem verdächtig aussehenden Mal vor?

Mithilfe eines Auflichtmikroskopes wird der Fleck durch eine stark vergrößerte Lupe mit integrierter Lampe genauer betrachtet. Sieht der Fleck verdächtig aus, wird dieses unter örtlicher Betäubung entfernt und mikroskopisch auf maligne Zellen hin untersucht. Bestätigt sich der Verdacht auf einen bösartigen Prozess, erfolgen weitere Untersuchungen, beispielsweise Bluttests und bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Kernspintomographie. Diese Verfahren können Hinweise darauf geben, ob sich in Lymphknoten oder anderen Organen Metastasen gebildet haben.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Das maligne Melanom wird operativ entfernt. Ist der Tumor mehr als einen Millimeter groß, wird in der Regel zusätzlich der nächstgelegene Lymphknoten (Schildwächter-Lymphknoten) entfernt und untersucht. Sind auch Lymphknoten von Tumorzellen befallen, werden die nahegelegenen Lymphknoten vollständig entfernt. Bei Melanomen von mehr als 2 mm Eindringtiefe wird eine Immuntherapie (Interferon) zusätzlich zur Operation angesetzt als sogenannte adjuvante Therapie. Damit soll das Immunsystem angeregt werden, um mögliche – mit den aktuellen medizinischen Diagnostikverfahren - nicht sichtbare Tumorzellen zu vernichten. Des Weiteren konnte nachgewiesen werden, dass dieses Vorgehen bei Patienten mit einem erhöhten Metastasierungsrisiko zu einer Verlängerung des Überlebens führen kann. Sind bereits Metastasen in Organen wie Lunge, Gehirn, Leber oder Knochen vorhanden, werden zusätzlich zielgerichtet molekulare Therapien oder Immuntherapien sowie interdisziplinär Strahlentherapie oder Operationen durchgeführt. Auch Chemotherapien oder eine kombinierte Chemo-Immuntherapie können im Verlauf zur Behandlung eingesetzt werden..

Welche Prognosen sind zu erwarten?

Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Diese liegen bei 100 %, wenn sich das Melanom nur in der Oberhaut befindet und rechtzeitig entfernt wird. Infiltriert es bereits die zweite Hautschicht, ist eine Streuung in andere Körperbereiche über die dort ansässigen Blut – und Lymphgefäße möglich. Dann können Lymphknoten oder Organe befallen sein und sich Metastasen bilden. Zwei Drittel aller malignen Melanome werden in einem frühen Tumorstadium entdeckt, daher sind die Überlebensraten der ersten 5 Jahre sehr hoch: 94% der Frauen und 91% der Männer überstehen die Erkrankung.

Gibt es Vorsorgeuntersuchungen?

Ja. Seit dem 1. Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahre alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening bei einem entsprechend ausgebildeten Hautarzt (Dermatologen). Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Ein kompletter Verzicht auf Sonne – ist das sinnvoll?

Nein. Unser Körper benötigt Sonne für viele Körperfunktionen, nicht zuletzt für unsere Psyche und unser Wohlbefinden. Über die Haut nimmt der Körper Sonnenlicht auf und wandelt es in das lebenswichtige Vitamin D um, was beispielsweise für den Knochenaufbau unerlässlich ist. Nur ein kleiner Teil davon kann über die Nahrung zugeführt werden. Um ausreichend Licht zu tanken, ist in unseren Breitengraden je nach Hauttyp ein täglicher Aufenthalt von circa zehn bis zwanzig Minuten mit unbedeckten Händen, Armen und Gesicht um die Mittagszeit sinnvoll. Anschließend sollte die Haut geschützt werden.

Insgesamt gilt, dass die Haut umso weniger UV-Strahlung verträgt, je heller sie ist. Folgendes ist dabei zu wissen:

  • Meiden Sie zu langes Sonnenbaden, vor allem während der Mittagszeit.
  • Den besten Schutz vor UV-Strahlung bietet die Kleidung. 
  • Alle nicht bedeckten Hautareale sollten vor dem Sonnenbaden mit Sonnencreme eingecremt werden. Je heller der Hauttyp, desto geringer die Eigenschutzzeit der Haut und desto höher muss der Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels sein.
  • Schwitzen und Baden reduzieren die Schutzfunktion von Sonnencremes. Daher sollte man sich auch bei wasserfesten Sonnenschutzmitteln alle 2 Stunden erneut einreiben.
  • Säuglinge und Kleinkinder müssen bei starker Sonneneinstrahlung hautbedeckende Kleidung tragen. Prinzipiell gehören kleine Kinder nicht in die pralle Mittagssonne.
  • Achten Sie vor allem im Frühjahr auf ausreichenden Sonnenschutz. Die Haut ist noch sehr empfindlich nach dem Winter und die UV Strahlung kann mitunter schon sehr hoch sein.
  • Im Gebirge, am Strand, im Schnee wird die Sonne oft unterschätzt. Aufgrund der Reflexion durch Wasser oder Schnee ist auch an bewölkten Tagen eine erhöhte UV Strahlung messbar. Es bedarf hier einen besonders hohen Lichtschutzfaktor.

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