Was sind Chlamydien?

Chlamydien sind sehr kleine Bakterien, die sich als Parasiten in einer Wirtszelle im Gebärmutterhals, der Harnröhre, des Enddarmes und des Afters, aber auch in den Augen und im Rachen einnisten und sich dort vermehren. Bei einer Infektion mit Chlamydien spricht man von einer Chlamydiose. Chlamydien-Infektionen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. In Deutschland sind circa zehn Prozent der über 14 Jahre alten Mädchen und Frauen betroffen.

Wie werden Chlamydien übertragen?

Eine Ansteckung erfolgt über ungeschützten Geschlechtsverkehr, Anal- oder Oralsex. Außerdem ist eine Übertragung während der Geburt von der Mutter auf das Kind möglich.

Wie bemerkt man eine Ansteckung?

Die Infektion verläuft in den meisten Fällen zunächst über längere Zeit symptomlos und somit unbemerkt. Die Inkubationszeit beträgt zwischen einer und drei Wochen. Unangenehmes Jucken und Brennen beim Wasserlassen oder chronische Unterbauchbeschwerden sind typische Symptome. Seltener kommt es zu einer akuten, auch eitrigen Entzündung der Harnröhre und / oder des Muttermundes, was sich durch Ausfluss oder Zwischenblutungen bemerkbar macht. Chlamydien beim Mann können auf Nebenhoden oder Harnröhre übergreifen. Die Infektion kann bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen. Frauen mit einer HPV-Infektion (Humane Papillomviren) und gleichzeitiger Chlamydien-Infektion erkranken häufiger am Gebärmutterhalskrebs.

Wie kann eine Chlamydieninfektion die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beeinflussen?

Chlamydienerreger verursachen den Abbau des Proteins p53 und verhindern so einen wichtigen Schutzmechanismus infizierter Zellen. Mutationen in Zellen finden normalerweise ständig statt. Als Folge dessen wird das Protein p53 aktiviert, um diese Anomalien zu beseitigen. Die Zelle ersetzt die geschädigte DNA oder startet das zelluläre Selbstmordprogramm (Apoptose). So werden geschädigte Zellen vor der Entstehung von Krebs geschützt. Infektionen mit Chlamydien führen jedoch zu einer massiven Erhöhung der Mutationsrate. Für die Chlamydien wäre die Aktivierung des "Selbstmordprogramms" ungünstig, da diese sich nur über ihren Wirt vermehren können. Chlamydien verhindern deshalb die Aktivierung dieses Vorgangs der Zellen. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Chlamydien das Überleben der Wirtszellen durch den Abbau von p53 sicher stellen. Das erreichen sie über die Aktivierung eines in der Zelle bereits vorhandenen Abbauweges. Die Erreger können sich so in den Zellen vermehren. Für den Wirt hat das jedoch schwerwiegende Konsequenzen. Aufgrund der Eliminierung von p53, dem zentralen „Wächter des Genoms“, sterben mutierte Zellen nicht ab sondern werden zu Krebszellen. Chlamydien könnten so bei der Entstehung von Gebärmutterhals eine Rolle spielen. Sie dringen zudem viel tiefer in den Genitaltrakt ein als andere Erreger und können zu Entzündungen der Eileiter führen, wo sie lange Zeit oft unbemerkt überdauern. An diesem Ort der Eileiter hat auch der Eierstockkrebs seinen Ausgangspunkt, eine der gefährlichsten Krebsarten bei Frauen.

Ist eine Chlamydien Infektion nachweisbar?

Das Robert Koch Institut schätzt, dass jährlich rund 300.000 Frauen neu an einer Chlamydien-Infektion erkranken. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Urintest nur für Frauen bis 25 Jahre und bei Schwangeren als Leistung der Mutterschaftsvorsorge. Können im Urin und im Zellabstrich Antikörper gegen Chlamydien oder Partikel des Chlamydien-Erbgutes nachgewiesen werden, liegt sehr wahrscheinlich eine Chlamydien-Infektion vor. Mithilfe weiterer spezieller labortechnischer und molekularbiologischer Untersuchungen, wie etwa der Anzucht von Zellkulturen, wird die Diagnose gesichert.

Ist die Infektion behandelbar?

Ja. Wird eine Infektion diagnostiziert, kann erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Aufgrund der Ansteckungsgefahr sollte sich der Partner/die Partnerin ebenfalls auf Chlamydien untersuchen und gegebenenfalls mit behandeln lassen. Bis zur vollständigen Wirkung der Antibiotika-Behandlung muss mindestens eine Woche lang auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Zur Kontrolle sollte drei Wochen nach Ende der Antiobiotika-Therapie durch eine Laboruntersuchung nachgewiesen werden, dass die Behandlung angeschlagen hat.

Kann man einer Chlamydien Infektion vorbeugen?

Ja. Kondome können eine Ansteckung verhindern.

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