Krebsbehandlung während der Pandemie

Frühjahr 2020: Terminausfälle, verschobene Operationen und verspätete Krebsdiagnosen. Wie in den meisten Fachgebieten lief die medizinische Versorgung nicht so, wie es sich Ärzte, medizinisches Personal und Patienten gewünscht hätten. Trotzdem bemühten sich Onkologen, die Versorgung während der Pandemie so optimal wie möglich zu gewährleisten.

Während der ersten COVID-19-Welle wurden in Deutschland nachweislich weniger Krebspatienten behandelt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Medizinisches Personal war selbst erkrankt oder in Quarantäne, in Kliniken lagen verschiedene Infrastrukturen vor, Kapazitäten wurden für COVID-Patienten frei gehalten. Krebsfrüherkennung wurde teilweise ausgesetzt Zudem kamen weniger Tumorpatienten in die Kliniken. Viele fürchteten sich vor einer möglichen Ansteckung und befolgten das vorherrschende  Motto „Stay at home“. Laut einer Umfrage der ESMO*, an der 109 Onkologen aus 18 Ländern teilnahmen, ist die Therapie bei mehr als 10 % der Patienten abgesagt oder verschoben worden. Über Schwierigkeiten bei Operationen berichteten 34 % der Zentren, aber auch über Schwierigkeiten bei der Durchführung der Chemotherapie (22 % der Zentren), der Strahlentherapie (13,7 %), der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren (9,1 %), mit monoklonalen Antikörpern (9 %) und der oralen zielgerichteten Therapie (3,7 %).

Die in den vergangenen Monaten gesammelten Erfahrungen tragen während der zweiten und dritten COVID-19-Welle dazu bei, organisierter und vorbereiteter zu handeln. Ein grundlegender Unterschied zur ersten Welle ist nun, dass Tests zum Nachweis des Virus zur Verfügung stehen. Außerdem sind Masken und Desinfektionsmöglichkeiten jederzeit erhältlich und die Telemedizin sowie Screeningprotokolle wurden ausgebaut.

Zudem wurde besonderer Wert darauf gelegt, symptomatische Personen nicht in die Kliniken zu lassen und Besuche drastisch zu reduzieren, um Kontakte weitestgehend zu vermeiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Krebspatienten während einer onkologischen Behandlung an COVID-19 erkranken, liegt momentan unter 1 %. Somit können und sollten die meisten Therapien weitergeführt werden. Eine Verschiebung der Therapien sollte nur in unmittelbaren Austausch mit ihrem behandelnden Onkologen erfolgen. Die Verfügbarkeit des Impfstoffes für die Priorisierungsgruppe 2 ist ausreichend vorhanden und sorgt dafür, dass hämatologische und onkologische Patienten nun sicher durch die Pandemie gelangen. Fragen Sie uns nach der Ausstellung der entsprechenden Priorisierungsbescheinigung. Wir füllen Sie gerne für Sie aus.

* The impact of COVID-19 on oncology professionals: Initial results of the ESMO resilience task force survey collaboration. Annals of Oncology (2020) 31 (suppl_4): S1142-S1215. 10.1016/annonc/annonc325. https://oncologypro.esmo.org/meeting-resources/esmo-virtual-congress-2020/the-impact-of-covid-19-on-oncology-professionals-initial-results-of-the-esmo-resilience-task-force-survey-collaboration.

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