Hilft Kaffee nach dem Darmkrebs das Leben zu verlängern?

Um dieser These auf den Grund zu gehen, wurden 1.171 Patienten mit zuvor unbehandeltem, fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom im Rahmen einer Studie zu ihrem täglichen Kaffeekonsum befragt. Der Wissenschaftler Christopher Mackintosh und sein Team von der Mayo Clinic School of Medicine, Rochester, USA, werteten die Daten zum Verlauf der Kolorektalkarzinome als auch die Daten zur Basiserhebung aus.*

Bei circa 98 % der Patienten war das Karzinom bereits zu Beginn metastasiert (Stadium III). Etwaige Zusammenhänge von Tumorprogression und Überleben bezüglich des Alters, des BMI, der Energiezufuhr, der Vitamin- und Mineralienversorgung und Medikamenten wurden durch entsprechende Adjustierung ausgeschlossen.

Die Studienergebnisse stellen dar, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Kaffeekonsum und einer verlängerten Lebenszeit gibt.

Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 5,4 Jahren ergab sich ein um 5 % verringertes Risiko für eine Progression und ein um 7 % verringertes Mortalitätsrisiko bei einer Tasse Kaffee täglich. Bei mindestens vier Tassen pro Tag minimierten sich diese Risiken weiter auf 36 % bzw. 22 % im Vergleich zu den Patienten, die keinen Kaffee tranken.

Die mittlere Überlebenszeit von Patienten, die mindestens vier Tassen Kaffee täglich konsumierten, lag bei 39 Monaten. Bei den 280 Patienten, die keinen Kaffee tranken, waren es nur 31 Monate.

Mögliche Einflußfaktoren wie die Größe des Tumors, der Status oder die Art der Therapie zeigten zwischen beiden Gruppen keinerlei Unterschiede.

Die Autoren der Studie kamen zum Schluss, dass Kaffee also nicht nur eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben kann, sondern bei schwer an Darmkrebs erkrankten Patienten möglicherweise zu einer Verlängerung des Lebens führen kann. Die genauen Gründe sind nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass eine Reihe von antioxidativen und antiinflammatorischem Inhaltsstoffen dafür verantwortlich sind. Allerdings scheint Koffein alleine nicht dafür verantwortlich, die Entstehung eines Tumors zu verhindern. Weitere Studien zeigen ähnliche Effekte auf die Wirkung von Kaffee auf den Verlauf von Darmkrebs.** Allerdings ist eine endgültige Empfehlung erst durch weitere Studien zum Verständnis der zugrundeliegenden biologischen Mechanismen möglich.

Eine Tasse Kaffee am Tag scheint nach aktuellem wissenschaftlichem Stand aber eher zu nützen als schädlich zu sein.

* Mackintosh C, Yuan C, Ou FS, Zhang S, Niedzwiecki D, Chang IW, O'Neil BH, Mullen BC, Lenz HJ, Blanke CD, Venook AP, Mayer RJ, Fuchs CS, Innocenti F, Nixon AB, Goldberg RM, O'Reilly EM, Meyerhardt JA, Ng K. Association of Coffee Intake With Survival in Patients With Advanced or Metastatic Colorectal Cancer. JAMA Oncol. 2020 Nov 1;6(11):1713-1721. doi: 10.1001/jamaoncol.2020.3938. PMID: 32940631; PMCID: PMC7499248.

** Hu Y, Ding M, Yuan C, Wu K, Smith-Warner SA, Hu FB, Chan AT, Meyerhardt JA, Ogino S, Fuchs CS, Giovannucci EL, Song M. Association Between Coffee Intake After Diagnosis of Colorectal Cancer and Reduced Mortality. Gastroenterology. 2018 Mar;154(4):916-926.e9. doi: 10.1053/j.gastro.2017.11.010. Epub 2017 Nov 20. PMID: 29158191; PMCID: PMC5847429.

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